Memphis Belle - Der Film (1990)
Von den 5 Flying Fortresses, bis auf eine alles G-Versionen, die auf F-Versionen ohne den Kinnturm getrimmt wurden, kamen die Mother and Country und die Baby Ruth aus Frankreich, die Winty City aus England und die C Cup sowie die Memphis Belle aus den USA.

Die Luftaufnahmen wurden schon Wochen bevor die Dreharbeiten mit den Schauspielern begannen, unter Dach und Fach gebracht. Teilweise waren einschließlich der Kameraflugzeuge 17 Maschinen in der Luft. Sie flogen nach einer genau durchdachten Choreographie, sodass die einzelnen Szenen später mühelos in die passenden Filmsequenzen eingebaut werden konnten. Die Abschussszenen, oder solche von explodierenden Maschinen, wurden mit ferngesteuerten Modellen großen Maßstabs gemacht.
Fast schwieriger als die Beschaffung von Originalmaschinen war die Suche nach einem geeigneten Flugplatz. Nachdem die Produzentin Catherine Wyler, Tochter des berühmten Hollywood Regisseurs William Wyler, der während des Krieges als Dokumentarfilmer mehrmals Einsätze mit der Memphis Belle flog und der für die Ausstattung zuständige Produktions-Designer Stuart Craig Dutzende von Flugplätzen in den USA besucht hatten, gaben sie auf. Kein Platz hatte die richtige Mischung aus typisch englischer Landschaft und den darin eingebetteten Flugplätzen, mit ihren unverkennbaren Hallen- und Kontrolltürmen. Dies alles fanden sie dann jedoch in England, auf dem von der RAF verlassenen Flugplatz Binbrook.
Der erfüllte sogar eine weitere Forderung, die für die Luftaufnahmen von großer Bedeutung war: Er bot ausreichend Luftraum, der frei war von jeglichem anderen Luftverkehr.
Die 3 Me 109, spanische Nachbauten kamen aus Europa. Von den 5 eingesetzten P-51D Mustang kamen drei aus England und 2 aus den USA.
Leider gab es bei den Dreharbeiten auch einen Unfall, der die Totalzerstörung der B-17G Baby Ruth zur Folge hatte. Am 25. Juli 1989 brach die Maschine beim Start in Binbrook aus und verbrannte. Alle Besatzungsmitglieder konnten dem Inferno glücklicherweise entkommen.
Acht ehemalige Besatzungsmitglieder der echten Memphis Belle folgten übrigens gern die Einladung der Filmgesellschaft, die die Veteranen nach England flog und mit ihnen für Publicity sorgte. Unter ihnen auch der ehemalige Pilot der Memphis Belle, Robert Morgan, heute 83 jähriger, pensionierter Colonel, der in Binbrook noch einmal das Kommando über eine B-17 übernehmen durfte. Die Innenaufnahmen wurden übrigens in einer B-17 Rumpfattrappe gemacht, die in den berühmten Pinewood Studios gebaut und aufgestellt wurde.