Schweinfurt - Zeugenberichte

Liebe Zuschauer der Freitagspalette.

Es ist jetzt fast fünfzig Jahre her da durfte ich als junger Mensch am 17.08.1943 miterleben, wie ein Bomber bei Abenheim abgeschossen wurde. Wenn Ich diesen Tag kurz erzählen darf, zunächst kam ich am kurzen Vormittag von Worms aus der Schule zurück und ich hörte, dass in Dittelsheim-Heßloch ein Bomber abgeschossen wurde, wie man später hörte bei einem Angriff auf Regensburg.

Natürlich als junger Mann will man so eine Sache sehen, ich hab mich also dann auf ein Fahrrad geschwungen und bin in Richtung Dittelsheim gefahren . In der Zwischenzeit aber, war schon Nachmittag der nächste Angriff, die nächste Welle kam und man hörte später, es war ein Angriff auf Schweinfurt gewesen. Bei diesen Bomberverbänden die in ca. 7000 - 8000 Meter Höhe geflogen sind war natürlich ein Begleitschutz mit dabei, es war aber auch zu merken, dass deutsche Jäger diese Bomberverbände in Angriff nahmen. Wir schauten uns verängstigt eigentlich dieses ganze am Himmel an und stellten auf einmal fest, dass an einem der Flugzeuge man eine Rauchwolke sehen konnte, und dass dieses Flugzeug etwas langsamer versuchte dann aus dem Pulk herauszukommen, wurde dann sofort von deutschen Jägern angegriffen und man hörte immer wieder, vorher konnte man sehen, dass da geschossen worden ist. Man hatte die Lichtblitze gesehen, der Schall kam später zurück.

Man war überrascht über das Getöse was da am Himmel vor sich ging. Dann auf einmal hörte man einen lauten Knall und sah auch, dass dieser Bomber auseinander brach. Sofort konnte man die Piloten mit ihren Fallschirmen am Himmel sehen und wir die Buben aus Abenheim die also auf dem Weg nach Westhofen waren, sind dann sofort zurück, weil wir sagten so wie mir die Sache sehen fällt dieser Bomber in Abenheim zur Erde. Bevor wir natürlich in Abenheim ankamen, haben wir noch ein weiteres Erlebnis gehabt, wir kamen gerade durch die Weinberge bei Westhofen auf dem Weg zurück nach Abenheim. Da sahen wir, dass eine Me 109 dort notlandete. Es war einer dieser Jäger die mitbeteiligt waren beim Angriff auf diese Bomberformation. Wir konnten auch mit dem Pilot seinerseits reden. Wir sagten ihm, dass dieser Bomber bei Abenheim runter gekommen sei. Er ist auch dann nach Abenheim gefahren. Als ich selbst nach Abenheim zurück kam, war natürlich die Zeit schon soweit vergangen, dass diese Soldaten diese Bomberpiloten schon gelandet waren.

Ich konnte sie sehen als man sie zum Abenheimer Arzt brachte . Wie sie dort also behandelt worden sind. Es waren acht wie ich zählen konnte, später hörte ich, dass zwei tot waren. Natürlich als junger Mann versucht man dann möglichst viel davon zu erfahren, wie sieht so ein Flugzeug von innen aus. Ich hab also selbst mich hinbegeben und hab versucht an Ort und Stelle etwas zu ergattern. Was war natürlich das eine. Man versucht etwas Munition zu bekommen von dem Flugzeug, hat natürlich auch gesehen wie schwer es war, eigentlich so eine große Maschine dann am Himmel zu halten. Gott sei Dank, war in Abenheim nichts passiert, es gab keine Schäden. Etwas außerhalb gingen diese Teile des Flugzeuges herunter. Die abgesprungenen Soldaten wurden dann wahrscheinlich in ein Lager gebracht und wurden hier nach dem sie versorgt waren, in Kriegsgefangenschaft genommen.

Natürlich die Zeit im Krieg war für die Bevölkerung eine schwere Zeit. Die Meinung den Menschen gegenüber war nicht so wie man heute es vielleicht erwartet, es gab Gedanken, dass es Feinde seien, es gab aber auch Menschen die diese Soldaten als Mensch gesehen haben.

Diese Ereignisse an diesem 17. August 1943 hab ich eigentlich nie vergessen. Es ist eine Sache die ein junger Mensch erlebt und die er in seinem Innern behält, wenn er selbst mit Krieg und Tod schon nah zusammen war.

Liebe Zuschauer der Freitagspalette. Dieser 17. August 1943, ein Tag des Großangriff auf Schweinfurt aus Abenheimer Sicht miterlebt.

Quelle: Edwin Hess, The Report "Code Char" Band 3 -Spurensuche/1994-