Einsatzablauf

Über der feindlichen Küsten legt die Besatzung ihre hinderlichen Flakanzüge an, die wie eine Rüstung getragen werden und aus einander überlappenden dünnen Stahlplatten bestehen, die in Leinenschürzen gefasst sind. Sie wissen, dass die deutschen Radar- und Horchposten seit einer Stunde auf ihrer Spur sind und die feindlichen Abwehrkoordinatoren versuchen, das Ziel des amerikanischen Bombereinsatzes zu ermitteln. Die Bordschützen in der B-17 halten in ihrem Schussbereich Ausschau - beruhigt durch die Anwesenheit der 6000 Fuß (ca. 1800 m) über ihnen fliegenden "Little Friends", den mit abwerfbaren Langstreckentanks ausgerüsteten P-51. Dann beginnt das Flakfeuer in kleinen schwarzen Wolken um die Formation auszubrechen.
Die Formation erreicht den Ausgangspunkt - den gewählten Punkt, über dem die Bombereinheiten eine Wende vollziehen und dann in den Bombenzielanflug übergehen. Als visuelle Bestätigung werden Leuchtsignale abgefeuert. In diesem fall ist die Bewölkung zu stark und das Leitflugzeug der Pfadfindereinheit wird das Ziel mit Hilfe des H2X-Bodenradars markieren. Der führende "Combat Wing" nährt sich dem Bombenziel. Die einzelnen Geschwadergruppen fliegen in Abständen von jeweils vier Minuten. Das Flakfeuer wird stärker. Staffeln feindlicher Kampfflugzeuge zischen durch die Bomberkette und feuern auf die "Purple Heart Corner" - die niedrigste, hinterste und damit ungeschützteste Flugposition in der Formation.
Der Bombenschütze öffnet die Bombenschachtluken und zieht den Sicherheitshebel des Bombenauslösers zurück. In diesem Einsatz hat er kein Bombenzielgerät und wartet darauf, dass das Leitflugzeug seine Bomben zuerst abwirft. Hat der führende Bombenschütze erst einmal die Rauchmarkierungen anvisiert, die die Pfadfinder zur Zielaufschließung hinterlassen haben, dann wird ein rotes Leuchtsignal abgefeuert und die Bomben werden abgeworfen. Die Gruppe beabsichtigt, ein Gebiet von 500x250 Yards zu bombardieren, dass die Bomben abgeworfen wurden, worauf der Bombenschacht überprüft wird, um sicherzugehen, dass dabei keine Bombe übersehen wurde. Erst dann werden die Bombenschachtluken geschlossen. Nach Abwurf der Bomben fliegt die Bomberformation aufgrund des niedrigeren Gewichts mit einer höheren Geschwindigkeit von 160 IAS (224 mph - ca. 330 km/h) in Richtung des festgelegten Sammelpunktes weiter.
Der Sammelpunkt befindet sich in einem Gebiet, das außerhalb des feindlichen Flakfeuers liegt. Hier können die Staffeln sich in "Combat Wing" - Verteidigungsformationen sammeln. Der Führer der Geschwadergruppe beauftragt den Funker, dem Hauptquartier zu melden, dass das Ziel bombardiert wurde.
100 Meilen vom Stützpunkt entfernt schaltet der Funker die IFF (Freund/Feindkennung) ein, um Stützpunkte verbündeter Truppen davon in Kenntnis zu setzen, dass die Bomberverbände darüber hinwegfliegen werden. Während des Einsatzes konnte sich die B-17 freundlichen Flugzeugen mit Hilfe von farbigen Leuchtsignalen auf einem voreingestellten Code oder durch Blinken des korrekten Einsatzcodes mit einer Aldis-Lampe ausweisen. Der Bomber sinkt jetzt 500 Fuß (ca. 150 m) pro Minute. Hat er eine Höhe von 10.000 Fuß (ca. 3.000 m) erreicht, wird die nun über die voraussichtlichen Ankunftszeiten in Kenntnis gesetzt.